Irlands Küstenstrassen leben von Kontrasten: Ob weite Sandstrände an der Causeway Coastal Route oder die einsame Wildnis auf der Beara-Halbinsel im Südwesten – hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick. Wir zeigen Ihnen unsere fünf Lieblingsstrecken.
Ring of Beara – unberührte Naturparadiese im Südwesten
Wenn Sie den berühmten Ring of Kerry mögen, aber die grossen Touristenbusse meiden wollen, ist der Ring of Beara die perfekte Alternative. Die rund 140 Kilometer lange Panoramarunde führt über die abgelegene Beara-Halbinsel im Westen von Cork und geizt absolut nicht mit Ausblicken auf den Atlantik. Unterwegs kommen Sie durch charmante kleine Dörfer wie Allihies oder Eyeries, die mit ihren bunt gestrichenen Häusern und urigen Pubs wie gemacht für eine Kaffeepause sind. Falls Sie zwischendurch mal den Mietwagen stehen lassen möchten, bietet der Beara Way tolle Wanderwege direkt an der Klippenkante. Und für einen kurzen Abstecher lohnen sich die vorgelagerten Inseln Bere Island und die subtropische Garteninsel Garnish Island in der Bantry Bay.
Mourne Coastal Route – Wildromantik an irischem Meer
Die Mourne Coastal Route im Südosten Nordirlands startet in Newry und folgt dem malerischen Carlingford Lough bis hinauf nach Belfast. Auf dieser Strecke fahren Sie praktisch ununterbrochen mit Blick auf die markanten Mourne Mountains auf der einen und die Irische See auf der anderen Seite. Unterwegs lohnt sich ein Zwischenstopp im Kilbroney Park oder dem Rostrevor Forest, wo dichte Wälder direkt an die Küste grenzen. Wenn Sie zwischendurch Hunger bekommen, steuern Sie am besten das traditionsreiche Fischerdorf Kilkeel an – die selbsternannte Meeresfrüchte-Hauptstadt der Region ist berühmt für fangfrischen Fisch. Und falls Sie die Wanderschuhe im Kofferraum haben: Der Aufstieg auf den Slieve Donard, den höchsten Berg Nordirlands, belohnt Sie an klaren Tagen mit einem fantastischen Rundumblick über die gesamte Küste.
Der Burren Loop – surreale Karstlandschaften und Atlantik
Wenn Sie durch den Burren im County Clare fahren, landen Sie in einer völlig anderen Welt: Die riesigen, kargen Kalksteinflächen erinnern eher an eine Mondlandschaft als an das typisch grüne Irland. Der Burren Loop führt Sie einmal quer durch diese faszinierende Kulisse und folgt der wilden Nordatlantikküste vorbei an den bekannten Küstenorten Doolin und Lahinch. Planen Sie für diese Route ruhig etwas mehr Zeit ein, denn am Wegesrand reihen sich die Highlights aneinander: die unterirdischen Höhlenwelten der Aillwee Cave, das legendäre Burren Smokehouse mit seinem fantastischen Räucherlachs und natürlich die weltberühmten Cliffs of Moher. Trotz der scheinbaren Leere lohnt sich auch ein genauerer Blick – in den Felsspalten wachsen seltene Orchideen, und an den Klippen nisten unzählige Meeresvögel.
Causeway Coastal Route – Felsgewalten und Filmkulissen
Die Causeway Coastal Route gehört zu den absoluten Klassikern in Nordirland und führt einmal komplett an der Nordküste entlang von Belfast bis nach Derry-Londonderry. Die Strecke punktet mit einsamen Sandstränden, geschichtsträchtigen Burgruinen auf dunklen Klippen und fotogenen Fischerdörfern. Zu den absoluten Must-Sees am Strassenrand zählen die schwindelerregende Carrick-a-Rede-Hängebrücke, das am Klippenrand thronende Dunluce Castle und natürlich der Giant’s Causeway mit seinen weltberühmten, sechseckigen Basaltsäulen. Wer die Serie „Game of Thrones“ kennt, wird hier ohnehin ständig stoppen wollen: Berühmte Drehorte wie der Binevenagh Mountain oder der weite Downhill Beach liegen direkt an der Route.
Copper Coast Drive – UNESCO-Geopark am Atlantik
Wenn Sie die südirische Küste abseits der bekannteren Routen entdecken möchten, ist der Copper Coast Drive im County Waterford ein Tipp. Nur eine kurze Fahrt von der Stadt Waterford entfernt, fahren Sie hier an einer wunderschönen Kulisse aus Klippen, unzähligen Buchten und Stränden entlang. Wegen ihrer geologischen Besonderheiten wurde die Region sogar zum UNESCO Global Geopark ernannt – alte Steinbrüche und historische Bergbauorte erinnern hier noch heute an Irlands industrielle Vergangenheit. Die Tour startet idealerweise in der Küstenstadt Tramore, die für ihren kilometerlangen Sandstrand bekannt ist. Und falls Sie zwischendurch einen kurzen Abstecher ins Landesinnere machen möchten, lohnt sich der Stopp am Dunhill Castle: Die geschichtsträchtige Burgruine thront hier bereits seit über 800 Jahren auf einem Felsen.
Wie viel Zeit sollte man pro Route einplanen?
Für jede der genannten Strecken empfiehlt sich mindestens einen ganzen Tag. Wer entspannt unterwegs sein will, kann auch zwei Tage einplanen – so bleibt Zeit für ausgedehnte Wanderungen, Besichtigungen oder einfach für Pausen mit Meerblick. Man kann jede Küstenroute gut in eine unserer Mietwagen-Rundreise einbauen und so die Vielfalt der Insel geniessen.
Fazit
Wer einmal auf Irlands Küstenstrassen unterwegs war, verliert ein bisschen sein Herz an die Insel. Jede Route hat ihren ganz eigenen Charakter – sei es der farbenfrohe Ring of Beara ganz im Süden, die rauen Mourne Mountains im Nordosten oder die berühmten Klippen der Causeway-Route. Man fährt stundenlang zwischen tiefblauem Atlantik und saftig grünen Hügeln, bis zum nächsten urigen Dorf.
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